(heavy-) Metall- Party im Atelier

Druck Durch einen unerwarteten  Zufall bin ich auf eine Schneidereiverkleinerung ganz in meiner Nähe gestoßen. Neben einigen Ballen Stoff, hat diese mir auch einen kompletten Sack Ösen, Drucknöpfe und andere Zutaten überlassen , die dort nicht mehr gebraucht werden. Gefühlte 50kg Metall, das ich nun seit Tagen wieder in die einzelnen Bestandteile sortiere. Ein Hobby, dass ich gewiss auch die nächsten Wochen noch Abend für Abend -Stunde um Stunde- haben werde. Ich fühle mich, wie mein eigener Praktikant!

“Was ist noch langweiliger als Angeln?”

“…beim Angeln zugucken!”

… wie immer ist auch hier eine Steigerung möglich. Ich wurde zu einem Spaziergang anlässlich des internationalen Weltfrauentags an der Elster eingeladen- das war der Köder, der bei diesem unglaublichen T-Shirtwetter sogar mich freudig raus gelockt hat- in Wirklichkeit sind wir gelaufen, um Angelplätze zu fotografieren. .. Nicht-besetzte Angelplätze. Ich habe faktisch mit einer Rose in der Hand (die vom freundlichen Bäckereifachgeschäft gestellt wurde) einen passioniertem Angler beim Zugucken fotografiert…

 

Carajamha

Kuriositätenschau im Carajamha

Man kann schlecht leugnen, dass die Fassade der glorreichen Varietévergangenheit seit Jahrzehnten bröckelt und mittlerweile den ein oder anderen größeren Riss nicht mehr vertuschen kann- die Stars längst vergangener Zeiten- die bunte Truppe von “Carajamha” hält heutzutage auch nur noch der Griff zur Flasche und zum Zigarrenstummel  bei Laune. Das merkt man leider sehr schnell und auch sehr deutlich- Unter Gejohle und dem rasenden Applaus des Publikums wurden dann aber auch schon fast vergessene oder noch nie zuvor gezeigte Nummern aus dem Reportoire kredenzt. Den von weit gereisten Besuchern wurden eine kurzweilige  Mischung aus Artistik, Liebe (in Form einer dubiosen Zwangsverheiratung und SEHR viel nackter Haut), Kunstfertigkeiten und Kuriositäten ( es war sogar ein importierter Werwolf anwesend!!!) präsentiert. Das Alles begleitet von einer wunderbaren dreiköpfigen Kapelle, die aus den besten Musiker des Landes zusammengestellt wurden.

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Finissage: Babette Küster- Seide, Gold und weisses Leinen

9.11.-22.02.2015

Grassimuseum, Leipzig

Es gibt Veranstaltungen, deren Besuch schiebe ich ewig vor mir her. Statt den Tag zu nutzen, warte ich irrsinnigerweise auf DEN (einen) perfekten Tag dafür. Darunter fällt das Vorhaben Klaus Cornfields Comicregal quer zu lesen und auch die Kanutour, die ich seit Jahren nach Oderberg  machen möchte. Und eben auch die Weissstickereiausstellung im Grassimuseum- das ist mir gerade noch rechtzeitig wieder eingefallen- heute war nämlich schon die Finissage. Mit 3- minütiger Verspätung bin ich in das Museum für angewandte Kunst gestolpert, um mich der Kuratorenführung noch anschließen zu können. Sehr gut (von internationalem Interessenten aller Altersstufen) besucht, musste man sich schon das ein oder andere Mal um eine Vitrinen drängen, um dem Vortrag folgen zu können. Eine sehr schöne Führung und tolle Exponate.

Am 4.3. um 17h trifft sich der Arbeitskreis Textildesign, um Gräten-, Langetten- und Knötchenstiche zu erlernen und lädt dazu ein. Mehr Informationen kann man bei heidemariePaul@gmx.de oder unter 0341/9127677 anfordern.

20er Jahre Mode in Leipzig

Durch mein Ehrenamt als Seniorenfreizeitbetreuung erlebe ich eine wöchentliche Wahrnehmungsverschiebung, was die  Zeit, die Wege und den Aufwand angeht. Ich merke, dass ich angefangen habe, die Stadt mit ganz anderen Prioritäten zu erkunden und sie auch viel aufmerksamer wahrnehme. Spannende Programmpunkte zu entdecken mit denen man dann Jemanden überraschen kann, ist eine Aufgabe die mir richtig gut gefällt.

Im Rahmen dieser Arbeit bin ich auf das Oldtimermuseum DA CAPO in der Karl-Heine-Str. 105 gestoßen. Ich kann mich generell für Vieles erwärmen und  Autos sind für mich zwar eher ein Fortbewegungsmittel, als das Höchste der Gefühle, aber so bin ich zufällig auf die ebenfalls dort gezeigten Modelle der 20er (bis 40er) Jahre gestoßen. Das DaCapo besteht im großen und Ganzen aus zwei großen Hallen die liebevoll und wunderschön dekoriert sind (durch Spiegel und blankgeputztes Chrom leuchtet es wie Weihnachten und das unglaublich freundlcihe Personal tut den Rest). Natürlich ist dort vorwiegend Motoren-Auto- Moped-Flugzeug- Krams  ausgestellt, aber eben auch Kleider und Mäntel, sowie modische Accessoires ausgestellt. Durch den Eintrittspreis von  3€ ist ein Besuch allein der Kleidung wegen empfehlensewert.

Shootings & Abseitsgespräche über Latex

Schrüppe McIntosh

Model Eunice Baldes

…Im letzten Jahr bin ich nicht dazu gekommen eine eigene Kollektionen zu fertigen, weswegen ich auch kein größeres Shooting brauchte. Nun wurde ich aber angefragt Teile für ein Fotoshooting zu borgen, dessen Ergebnisse in einem Band zusammengefasst werden soll. Das hatte meine Aufmerksamkeit geweckt- Und so war ich nach langer Zeit dann doch mal wieder am Set. Ich fand die Idee, meine Arbeiten mal in einem ganz anderem Kontex gestellt zu sehen sehr interessant. Auf die Zusammenarbeit mit Dom Quichotte (Fx Ray) und sein Team habe ich mich gefreut. In einer dafür angemieteten Berliner Wohnung wurde zu ganz unterschiedlichen Themen inszeniert. Üblich für Shootingtage herrschte auch hier ein geschäftiges Gewusel. Mehrere Models, Designer, Maskenbildner,sowie der  Fotograf und seine Crew haben die Wohnung sehr schnell SEHR klein aussehen lassen. Für mich gab es nicht viel mehr zu tun, als dem Ganzen beizuwohnen und uzu staunen. Leider kann ich keine Making Of Bilder veröffentlichen; die Fotos werden sicher wirklich schön und fertig noch mal zu sehen sein. Und ich bin begeistert davon, wie Kleidungsstücke ihre Aussage ändern, wenn Jemand anderes sie kombiniert und in Szene setzt.

Abseits in der kleinen Küche bin ich vor der Kaffeemaschine auf den Berliner Christian Gschweng getroffen. Mit ihm hatte ich einen spannenden Diskurs über die Verwendung des Materials Latex für Kleidungsstücke (und Masken). Sein Fachgebiet. Und nicht nur das. Ich bin ganz überrascht und erfreut übe diese Bekanntschaft, weil ich einen unerwarteten Einblick bekommen habe und so auch mit ganz neuen Gedanken in den Abend entlassen wurde. Wenn da mal Jemand in der Richtung Fragen hat oder Anregungen braucht- ich habe seine Facebookseite verlinkt- einfach auf seinen Namen klicken. Er ist Jemand, dem man die Leidenschaft an seinem Tun deutlich anmerkt und schon etliche Versuchsreihen angestellt hat, um ein bestmögliches Resultat zu erzielen, dem  entsprechend auch sehr ausgiebig aus dem Nähkästchen plaudern kann.

Das war meine erste Erfahrung in dieser Richtung. Danke dafür!

Handarbeit im neuen Gewand: Sticken

Manche Handarbeiten gelten als zu altbacken, sind schlichtweg zu aufwendig, überholt oder das Erlernen gestaltet sich als zu langwidrig und umständlich. Es dauert. Es ist zu teuer. Es gibt keine Nachfrage. Es macht zuviel Mühe. Es gibt viele Gründe, warum alte Techniken aussterben und kaum noch Zugang in die neueren Moden finden. Aber um die vielbesagte Lanze dafür  zu brechen- Handarbeiten sind alles andere als langweilig. Gerade in der heutigen hektischen Zeit sind sie auch eine gute Möglichkeit die eigene Mitte (wieder) zu finden. Ich bin auf sehr schöne Arbeiten der Künstlerin Sophia Narrett gestoßen, die beispielhaft dafür sind, welche Möglichkeiten sich bieten den Anschluss an “das Heute” durch die Handarbeit zu finden . Vielleicht kann Stickendoch eine Form finden und das Interesse wieder wecken.

 Quelle.

Sophia Narrett arbeitet komplexe Bilder und Geschichten aus dem Garn, wobei nicht nur die äußeren Begrenzungen der Werke verschwimmen, sondern auch die Grenzen zwischen 2D – 3D und die von Wirklichkeit und Abstraktion undeutlich werden.

“I started as a painter, focusing on narrative figure painting,”Narrett explained to The Huffington Post. “As I continued painting I realized I wanted a different kind of physical engagement with the materials, which made sense when I started working in thread.” In 2010, she experimented with the sculptural quality of fibers, bringing color palettes to new heights in methods similar to mixing paint.

“As I continued working in embroidery I became interested in the repercussions that embroidery holds for the image and story, as well as the way that it dictates the process,” she added. “As the emotionality of the narratives heightens to that of melodrama, the intense investment in the embroidery process required to create legible images speaks to the overwrought nature of the fantasy.”

 

The Serious Side of Three Dreams, 2014, Embroidery Thread and Fabric

The Serious Side of Three Dreams, 2014, Embroidery Thread and Fabric

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Style from the small screen

Leider war nur bis zum 18.01. 2015  möglich, die ausgesuchten Kleider der TV-Serie “Downtown Abbey” aus nächster Nähe zu bewundern. Die  Lady Lever Art Gallery hatte das ermöglicht und zur Kostümausstellung geladen.

Schon allein das macht macht diese Serie sehenswert.

Eingeleitet wurde die Ausstellung mit den Worten:

“Diese Kostümausstellung ermöglicht einen stylischen Blick auf die Bristische Moden während der frühen 1920er. Sie zeigt 10 Kleider, die für die TV-Serie Downtown Abbey von Crosprop, weltweit führende Kostümwerkstatt für Film, Fernsehen und Theater gefertigt wurden. Darunter gibt es auch 6 Kleidungsstücke, die vom Nationalmuseum Liverpool aus der historischen Sammlung, und zwei Outfits, die nie zuvor gezeigt wurden und Eines, dass zuvor einer Liverpooler Lady namens Fräulein Tinne gehört hatte. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion verwischend, vergleicht diese Ausstellung original Gewänder des Zeitraumes zwischen 1912-1923. Das Gezeigte bietet einen Blick hinter die Kulissen – historisch inspirierte Kostüme, gefertigt aus neuen Materialien , aber immer in Anlehnung an original Ausschnitte der Spitze, Fältungen und des Perlenbesatzes. Diese Ausstellung erforscht auch die Veränderung der Zeit, in der Knochenkorsetts zugunsten von loose hängenden Kleidern mit tiefen Taillen verbannt wurden. Junge Frauen bevorzugten Gleichheit und so soiegelte sich das auch in der Wahl der Moden wider.”

Zusätzlich lagen verteiltin der Räumen begleitend Bücher, die sich thematisch mit den Moden der Zeit auseinander setzten.

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