→// „Tourtagebuch- Tag 2: immernoch in Prag „

Gestern Abend waren wir in einer pragtypischen Kneipe zum gemeinsamen Essen mit den Leuten vom TechSquare verabredet. Ein interessantes Lokal mit Kellerräumen und dunklen rusikalen Holztischen. Zum Einen habe ich gedacht, dass ich verhungere, zum Anderen wollte ich mich an Neuartiges heran wagen. Die Speisekarte in Prag beinhaltet auf jeden Fall Einiges, von dem ich nicht auf die Idee kommen würde, dafür Appetit zu entwickeln zu können. In Essig eingelegter Käse. Ich hatte schon Angst, dass das schmeckt, wie es klingt. Wirklich!!!- Wider jeglicher meiner Erwartungen- sah jeder einzelne Teller super aus und ich war am Ende so glücklich vollgestopft, dass ich Angst davor hatte mich zu bewegen. Unfassbar lecker. Ich mag es wirklich zu essen und dieses Restaurant war ein Volltreffer. Soviel zum Vorspann… Nun zum heutigen Tag.

DSCI1047Nachts im Bus ist mir eingefallen, dass ich der Bedienung zwar noch nett lächelnd zum Abschied gewunken habe, aber irgendwie vergessen habe sie zu bezahlen. Sowas verschafft auf jeden Fall Karma-minus-punkte.  Und ich war sehr froh das wieder gut machen zu können. Prager Kellner haben zum Glück mehr Humor und Verständnis als man erwarten darf. Es gibt hier ein Projekt in Prag, dass ich sehr begrüße, insgesamt aber wohl kontrovers diskutiert wird- Obdachlose führen Touristen durch die Stadt und veranstalten eine Führung, bei der sie „ihre“ Plätze zeigen. Das ist was sehr Persönliches. Wir haben Jan getroffen. Ein schüchterner Typ, ich denke sehr humorvoll in seiner Art- wir konnten uns leider mit Hilfe eines Übersetzers unterhalten. Das hat echt gut geklappt. Insgesamt denke ich, dass die Stunde Rundgang in einer kleinen Gruppe noch sehr viel „ergiebiger“ gewesen wäre. Ich habe auch jetzt noch viele Fragen. Eine sehr interessante Erfahrung, die nicht darauf ausgelegt ist Mitleid zu erhaschen, sondern zu sensibilisieren. Ich finde es toll und möchte da zukünftig in Kontakt bleiben. Hier die Verlinkung zum Projekt:

Experience Prague through the eyes of homeless people

Schrüppe 4531km.euWie bei einer richtigen Klassenfahrt muss man ja mindestens einmal seine äh…Bezugsgruppe verlieren. Das kann ich dann auch schon von der Liste streichen. Ich wollte nach einem Essen über den Dächern der Stadt eigentlich nur kurz zum Bus, umpacken und dann den nächsten Programmpunkt ansteuern. Und dann steht man im Bus- menschenleer, leise, angenehm kühl- zack, lag ich auch schon in der Koje (nur mal schnell 10 Minuten die Augen zu machen und die Stille genießen). Als ich aufgewacht bin war es bereits Stunden später, bzw. auch schon zu spät. GhostBUS-ters.Wir haben Räder dabei. Nichts, was einem dabei hilft cool auszusehen und nicht ausgelacht zu werden, aber zumindest bergab ist man damit recht flott unterwegs. Sich in einer fremden Stadt verfahren kann ich auch von meiner personal to do list streichen.Und was Trauriges ist heute auch passiert- Das Mooney, wie ich sie heimlich und sehr liebevoll nenne- Jeanette ist heute abgereist. Das war zwar schon vorab klar, aber ist trotzdem etwas seltsam. Ansonsten kann man zur Gruppe eigentlich nur sagen, dass das super gecastet ist. Das läuft schon sehr familiär und entspannt ab. Doof ist bisher eigentlich auch nur die Angst sich zum Duschen an eine Schlange anstellen zu müssen. Bisher also nur Luxisprobleme!