#engmaschig, Eröffnungsrede zum Kongress für Handarbeit und nachhaltige Textilien 2020

engmaschig-Kongress

Howgh! Ich habe gesprochen.

(Zitat der hinreissenden Anna Spenn, Leipzig, 09.10.2020, GRASSI Museum)

Liebe Teilnehmer*innen und Mitwirkende,
ich bin Anna Spenn und möchte Sie und euch stellvertretend für den kunZstoffe Verein und das #engmaschig-Team zum ersten #engmaschig-Kongress begrüßen!
Wir sind ein kleines Team von Handarbeitenden und soziokulturell Engagierten und ich möchte Ihnen und euch unser Team ganz kurz vorstellen:
Ich bin außerhalb dieses Kongresses als Designer-Maker für Kleidung und Kostüme tätig. Gemeinsam sind mir und meiner Kollegin Schrüppe McIntosh Erfahrungen innerhalb der Handarbeits- und Textil Szene sowie im Bildungsbereich. Uns verbinden die Perspektive auf und die sich daraus entwickelnden Anliegen für die Handarbeits – und Textil Szene.
Schrüppe McIntosh ist Modedesignerin und hat sich thematisch schon in ihrer Masterarbeit dem Thema Vernetzung und Wertschätzung von Handarbeit und Handarbeitenden gewidmet. Dieser Kongress ist quasi ein erster Schritt zur praktischen Umsetzung ihrer theoretischen Arbeit.
Wir haben gemeinsam die inhaltliche Gestaltung des Kongresses ausgearbeitet, Teilnehmende und Mitwirkende akquiriert sowie die #engmaschig-Umfrage digital auf dem sächsischen Beteiligungsportal und in analoger Form konzipiert.
Peggy Schoenfeld ist für die Konzeption und Produktion verantwortlich.
Vera Deschner hat Konzeption und PR realisiert und ist für die Abstimmung des Projekts mit dem Fonds für Nachhaltigkeitskultur verantwortlich.

Es liegen spannende und herausfordernde Wochen und Monate hinter uns allen und es fühlt sich auch jetzt noch etwas unwahrscheinlich an, dass dieser Kongress tatsächlich stattfindet. Das Abwägen zwischen Notwendigkeit, Verantwortung und Wagemut hat nicht wenig Platz in unseren Hinterköpfen eingenommen…
Wir freuen uns über jede und jeden, die bzw. der es möglich machen konnte, an diesem Kongress teilzunehmen und danken an dieser Stelle schon einmal allen, die zur Realisierung dieser Veranstaltung beigetragen haben.
Danke an die Technik! Patrick Mikulski hat sich schon vor Ende des Kongresses die erste enge Masche in Gold verdient.
Grüßen möchte ich an dieser Stelle alle, die heute und morgen nicht dabei sein können, die aus organisatorischen oder gesundheitlichen Gründen absagen mussten.
Und auch all jene, die wir nicht persönlich ansprechen und einladen konnten. Dies ist der erste #engmaschig-Kongress und das Netzwerk hat schon in der Vorbereitung des Kongresses begonnen, sich über den Kongress hinaus weiter zu stricken…

Wie ist es eigentlich zu diesem Kongress gekommen?
Wir fanden, dass es an der Zeit ist – und eigentlich überfällig ist – Handarbeitende, Designerinnen und Materialproduzentinnen einzuladen, um über Möglichkeiten und Herausforderungen innerhalb der Branche ins Gespräch zu kommen. Es ist nicht so, dass sich Angehörige der Handarbeits – und Textilbranche nicht austauschen. Allerdings ergibt sich daraus in der Regel kein gemeinsames Engagement, es dominiert das Einzelkämpfertum, es fehlt an Wertschätzung, Sichtbarkeit und Vernetzung innerhalb der Branche.

Die Förderung für “Modekultur, Textilien und Nachhaltigkeit“ des Rats für Nachhaltige Entwicklung wollten wir einsetzen, um die Tätigen der Branche mit ihren Anliegen selbst in den Mittelpunkt zu rücken und die Möglichkeiten nachhaltiger Produktion auszuloten.

Wir sind mit unserem Vorhaben auf breites Interesse und Unterstützung gestoßen.
Doch gerade Tätige mit langjähriger autodidaktischer und beruflicher Erfahrung im textilen Bereich sind uns im Laufe unserer Recherche für den Kongress auch immer wieder mit Skepsis und Resignation begegnet. Weil die Erfahrung vorherrscht, dass die Konkurrenz wächst, während die Lobby fehlt und die Bereitschaft der Kunden, einer Schneiderin den gleichen Stundenlohn wie einem Fliesenleger zu zahlen, so gut wie nicht vorhanden ist. Und weil Existenzgründungen gefördert werden, während die Aufmerksamkeit für die Anliegen bestehender Existenzen in der Textilbranche fehlt. Und während die Zahl der ausgebildeten Textil – und Modedesignerinnen steigt und Handwerksberufe aussterben, steigt das Interesse an handarbeiterischen Tätigkeiten im Freizeitbereich. Hier hat sich eine Diskrepanz zwischen professionellen und erfahrenen Handarbeiterinnen und semi professionell Tätigen entwickelt. Die Sehnsucht nach erfüllender Tätigkeit hat in den vergangenen Jahren nicht wenige Hobby-Handarbeiterinnen mehr oder weniger schleichend in die unternehmerische Tätigkeit geführt. Gerade im handarbeiterischen Bereich scheinen die Grenzen zwischen freizeitlich praktizierten Handarbeitstechniken und professionell betriebener unternehmerischer Tätigkeit zu verschwimmen. Es fehlt oft das Bewusstsein für die Auswirkungen, die die Preisbildung von semi professionell Tätigen auf die Existenzen von professionell Tätigen hat – also derjenigen, die davon leben können müssen. Und während handarbeiterisches Tätigsein an sich nachweislich positive sozialpsychologische Effekte mit sich bringt, verlieren sich diese Effekte wiederum im Existenzdruck der unternehmerisch Tätigen in der Branche. Auch die Abgrenzung von Handarbeit und Handwerk ist schwer zu formulieren. Und wo liegt die Grenze zwischen Handarbeit/ Handwerk und Design? Jeder Gründer*in steht vor der schwierigen Frage, in welche Schublade die eigene Tätigkeit einzusortieren ist.

Zudem wird der Appell an die Textilbranche laut, der sich natürlich vordergründig auf die industrielle Produktion bezieht, nachhaltiger und vor allem weniger zu produzieren.

Wir wollen uns dafür einsetzen, lokale Handarbeiten und Textilproduktionen miteinander zu vernetzen, sichtbar zu machen und so zu mehr Wertschätzung untereinander und in der öffentlichen Wahrnehmung zu verhelfen.
Wir wenden uns an autodidaktisch erfahrene, beruflich oder ehemals beruflich Tätige innerhalb der Textilbranche, an Studentinnen, Auszubildende und junge Unternehmerinnen. Wir wollen die Aufmerksamkeit für die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen innerhalb der Branche stärken und Erfahrungen, innovative Ideen und gesellschaftliche Bedarfe verknüpfen. Unser Ziel ist eine nachhaltigere und transparentere Produktion im Raum Leipzig, durch Mittel und Fertigkeiten, die vor Ort erreichbar sind.

Warum nennen wir diese Branchen interne Verabredung einen “Kongress”?
Manch einer und einem war es nicht ganz geheuer, als sie bzw. er von mir mit der Anfrage um eine Beteiligung am #engmaschig-Kongresses konfrontiert wurde.
Wir nennen es trotzdem Kongress.
Weil wir signalisieren wollen: Handarbeit ist auch zukünftig von Bedeutung und die Tätigen in der Handarbeits – und Textilbranche verdienen Wertschätzung für ihre Fähigkeiten und sie verdienen einen Kongress, der ihre Anliegen und ihre ökologische und gesellschaftliche Verantwortung thematisiert.

  • Im Übrigen hat auch der Begriff „Podium“ mitunter Unbehagen ausgelöst. All jenen unter euch, die spüren, dass ihre Podiums-Scheue noch therapierbar ist, möchte sagen: Nutzt die Gelegenheit! Zum einen haben wir hier ein Podium. Zum Anderen lockern diese Absperrbänder die Perspektive ungemein auf. Das hat was von einer Baustelle. Und auf Baustellen passiert was…

Wir wollen mit positiven Beispielen vorangehen:
So haben Sie – habt ihr im Anschluss an die Mittagspause zum Unternehmer*innen-Café die Gelegenheit mit Vertretern aus der Bandbreite der regionalen Textilbranche ins Gespräch zu kommen. Mit Vertretern von Projekten und Unternehmen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die die Produktion von Textilien mit Nachhaltigkeitsaspekten verbinden.

Dieser Kongress soll Raum geben für Information und anregen gemeinsam ins Machen zu kommen, im Open Space eigene Anliegen und Ideen anzusprechen und sich über diesen Kongress hinaus zu vernetzen. Wir möchten den roten Faden halten, Informationen und Anliegen zusammentragen und weitergeben.

Am schwarzen Brett in der 2. Etage sammeln wir Infos über Netzwerke und Ansprechpartner*innen in der Region. Es besteht die Möglichkeit sich in einen Newsletter und das Branchenbuch der Handarbeit einzutragen…
Da es über die Situation der Handarbeitenden und Tätigen in der regionalen Textilbranche nahezu kein Datenmaterial gibt, wollen wir uns dazu ein eigenes Bild machen und haben eine Umfrage auf dem sächsischen Beteiligungsportal zur Situation textil Handarbeitender in Leipzig, sachsen- und deutschlandweit gestartet, an der Sie und ihr noch bis zum 30.11.2020 teilnehmen könnt.

Und ich möchte an dieser Stelle auch auf unseren Stream hinweisen: Wir freuen uns sehr, dass wir auf diesem Wege weitere Projekte in den Kongress einbinden können. So zum Beispiel Fab City Hamburg. Fab City ist ein globales Projekt mit dem Vorhaben, dass bis 2038 alle größeren Städte produzieren sollten, was sie verbrauchen. Hamburg ist die erste deutsche Stadt, die sich diesem Projekt angeschlossen hat.

Na, springt der Funke schon über? Wir wünschen uns, dass sich Menschen hier vor Ort informieren und vernetzen und gemeinsam Projekte starten und vorhandene Projekte stärken.
Wir sind so weit. Lassen Sie und lasst ihr uns gemeinsam starten. Danke!

Wir sind dabei!!!

In Zusammenarbeit mit Peggy und Vera von kunZstoffe habe ich vor einigen Monaten eine Projektidee zum nachhaltigeren Umgang mit Mode und Textilien ausgearbeitet. Und tatsächlich auch noch fristgerecht eingereicht bekommen- UND NUN SIND WIR DABEI!!!!
11 Projekte wurden aus 117 Einreichungen vom Rat für nachhaltige Entwicklung ausgewählt und wir sind dabei.

RNE Logo

kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e.V.
Der Kongress „ENGMASCHIG“ für nachhaltiges Textildesign und Handarbeit ist der Auftakt für eine regionale, ressourcenschonende und transparente, kurz: nachhaltigere Textilproduktion im Raum Leipzig. Indem Akteur*innen sich vernetzen, können Handarbeiten in der Region wiederbelebt werden.

Quelle: https://www.nachhaltigkeitsrat.de/aktuelles/die-gewinner-des-ideenwettbewerbs-modekultur-textilien-und-nachhaltigkeit-stehen-fest/

Klimarebellion

Jugend Kreativ Festival in Mecklenburg – Vorpommern

Wenn ihr die Chance habt zu einem Event auf den Projekthof Karnitz zu fahren, dann nehmt daran teil! Ich war 2015 das erste Mal dabei und habe dort bei einem Animationsworkshop zum Thema „Umgang mit Lebensmitteln“ mitgemacht.

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Ancient Trance Festival, Taucha

Bildergebnis für https://ancient-trance festival 2019

Gebucht für den Bereich Landart bin ich zum ersten Mal in Taucha auf dem Ancient Trance Festival mit von der Partie. Bereits zum 10. Mal findet das Festival statt und verspricht eine bunte Mischung aus vielen verschiedenen Leuten, Workshops und Eindrücken zu werden.
Ich bin gespannt und super happy, dass Anne Heilmann aus Weimar (Freie Kunst) mit ihren Porzellansockeln auch dabei ist. Wir planen seit Längerem zusammen zu arbeiten und nun bietet sich endlich eine Möglichkeit dazu.

Haltet nach gehäkeltem und einer Strickmaschine Ausschau- dann sehn wir uns…

VOOOOOOOOORFREUDE!

KLP- Kulturelle Landpartie Wendland

Seit mittlerweile 30 Jahren findet die kulturelle Landpartie im Wendland (Norden/ Niedersachsen/ Deutschland) statt. WEr raus in die Natur möchte, wer Kontakt zu den Bewohnern eines Ortes sucht, wer sich für Kunst, Kultur und Leben im Wendland interessiert, wer gern Rad fährt, ….

„Das Programm für die Kulturelle Landpartie 2019, der „Reisebegleiter“ umfasst 400 Seiten und enthält alle Ausstellungen und Veranstaltungen. Es gibt ausgearbeitete Radtourvorschläge und die Bus-Fahrpläne. Im redaktionellen Teil wird ausführlich über die besonderen Aktionen zu lesen sein. Das Register aller Personen und eine Übersichtskarte mit allen Punkten runden das kultige Büchlein ab.“

Quelle