Bewerbung zum Masterstudium (Modedesign)

Bis zu einer erfolgreichen Bewerbung kann es ein langer und aufreibender Weg sein.

“ Wenn die dich nicht nehmen, dann muss dass ja nicht heißen, dass deine Arbeiten nicht gut sind…

– vielleicht hatten die den Kurs einfach schon voll.“
– vielleicht warst Du denen als Person zu speziell.“
– die hatten bestimmt viel zu wenig Zeit sich deine Bewerbung richtig anzusehen.“
– die lehnen beim 1.Mal doch immer ab.“
– andere haben das ja dann auch ohne Studium geschafft.“

So oder so ähnlich kann gut gemeinter Zuspruch aus dem Freundes- und Bekanntenkreis aussehen. Ist man in der Situation des Bewerbers, hilft das leider auch nicht weiter. Meist kommen Ablehnungen ohne oder mit „Copy-Paste“-Begründungen. Gehört man nicht zu Jenen, denen es egal ist an welcher Uni sie studieren und hat sich dem entsprechend nicht flächendeckend, sondern nur  an wenigen Universitäten beworben, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Studienatarts rapide. Die Bewerbungsphase beginnt mit der Anmeldung- meist schon im Vorjahr, verläuft über die Bearbeitung einer Hausaufgabe und das Erstellen /Zusammenstellen einer aussagekräftigen Mappe und idealerweise einer Einladung zu einem persönlichem Gespräch, einer Fragerunde, einem Eignungstest. Ist das alles günstig verlaufen, ist bis zum tatsächlichem Studienbeginn fast ein Jahr vergangen. Das kann schön Nerven und Energie kosten. Hinzu kommt, dass man sich an einigen Universitäten nur zwei Mal bewerben kann, der Andrang groß ist, die Mappen, bzw. Hausaufgaben dementsprechend hochwertig und individuell sein müssen.

Lasst Euch nicht abschrecken, wenn ihr per Brief abgelehnt worden seid – ruft dort an, erfragt einen Termin aus, geht hin, fragt nach warum ihr abgelehnt worden seid und woran ihr bis zur nächsten Bewerbungsphase noch arbeiten könnt.  Zum Einen muss man dann nicht komplett  an der eigenen Existenz zweifeln, zum Anderen ist eine direkte Kritik oft sehr hilfreich und förderlich. Lasst Euch nicht entmutigen, überarbeitet Euer Portfolio erneut und stellt Euch nochmals vor. Das kostet Kraft, Zeit und raubt (wahrscheinlich auch Euch) den letzten Nerv – ich bin rückblickend sehr dankbar Jemanden an meiner Seite gehabt zu haben, mit dem ich mich zwischendurch immer mal wieder austauschen konnte und von dem ich mir Mut zusprechen lassen konnte.Und bei mit hat es sich auch wirklich gelohnt- ich hab die Kritik bis zum nächsten Durchlauf umsetzen können.

Selbst eine ausgedehnte Internetrecherche zum Thema Masterstudium im Bereich Modedesign konnte mir als Vorbereitung recht wenig helfen. Und ich war so sicher, dass DIESE EINE Hochschule die Richtige für meinen Masterstudiengang ist und wollte dort unbedingt überzeugen.  Ich bereite mich ganz gern auf etwas vor – hierbei war mir das allerdings  unmöglich. Den Zeitraum vom Erhalt der Einladung zum Bewerbungsgespräch (Unglauben, Überraschung, Freudentränen, überdrehtes Lachen, Sprachlosigkeit, Aufregung) bis zum tatsächlichen Gespräch habe ich damit verbracht nicht schlafen zu können und mich total fertig zu machen. Aufregung in Kombination mit einer absolut unnötigen Überdosis Kaffee am Bewerbungstag haben dann den Rest erledigt. Die Dozenten im Gespräch waren interessiert, offen und sehr bemüht mich als potentiellen neuen Studenten kennen zu lernen – ich dagegen komplett überfordert. Mein Bewerbungsgespräch war wirklich das, was man umgangssprachlich FAIL nennt.  Allerdings kannten mich die Dozenten mich schon aus vorherigen Gesprächen, waren mit meinen bisherigen Arbeiten vertraut und konnten sehen, was seit der letzten Bewerbung bei mir passiert ist- meine Hartnäckigkeit hat mich wohl buchstäblich gerettet.

Für mich geht`s nun ab Oktober ins Masterstudium an der Hochschule meiner Wahl! Das hat mich zwei Jahre gebraucht und ichs kanns noch gar nicht richtig begreifen- Lasst Euch den Mut nicht nehmen!