..und dies ist kein Regenschirm!

>Inspiration

Anstoß zu der Idee meiner Kollektion sind die Bilder des belgischen Surrealisten und Malers Rene_Magritte_Pfeife_Bild_002Renè Magritte. Mich hat seine Beharrlichkeit und das Unaufgeregte, diese nachfragende Haltung in seinen Werken beeindruckt. Seine Malerei ist nicht spektakulär oder sofort eingängig, wirkt auf mich teilweise sogar sehr beiläufig, hat mich aber nachhaltig zu genauerem Hinsehen motiviert.
Ich habe verschiedene Bücher über die Werke R. Magrittes, Analysen seiner Bilder gelesen und Bildbände angesehen- danach hat es mich interessiert, ob ich seine Arbeitsweise auf eine Modekollektion übertragen kann.

> Ansatz

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht (m)eine(n) Blickwinkel auf Regenbekleidung, Regenschirme und Wasser zu untersuchen. Mir verschiedene Fragen zu stellen und davon auszugehen, dass die Logik außer Kraft gesetzt werden kann. Was sagt das Wort Regenschirm aus? Was wäre, wenn es keine Schwerkraft gäbe? Was, wenn die Funktionen von Regenbekleidung ausbleiben oder sich erweitern können?

>Arbeitsweise & Résumé

Diese Kollektion ist eine Idee, ein Experiment, eine Momentaufnahme und auch der Anfang einer sehr persönlichen Suche. Ich fand es in Rücksprache mit meinen Dozenten sinnvoll, aber auch sehr schwierig eine Kollektion nicht vorab komplett durch zu planen, sondern mich auf einen Prozess und Zufälligkeiten einzulassen und ausgiebig auszuprobieren. Mein persönliches Ziel ist es in meiner Arbeitsweise eine freiere Richtung einzuschlagen. Der Fertigung dieser Kollektion ist eine sehr lange Phase voran gegangen, in der Materialtests gemacht und an einer großzügigeren Form gearbeitet habe. Das war spannend und neu für mich, andererseits hatte ich das Gefühl nichts planen, kontrollieren und zeitlich abschätzen zu können. Ich kann das mittlerweile manchmal ausblenden, aber den Zeitdruck habe ich i.d.R. doch sehr gespürt und gefürchtet. Es gibt noch weitere Ideen, die gern ausgearbeitet hätte, zu denen ich leider nicht mehr gekommen bin.  Ich habe im Team mit Frank Pöhland gearbeitet, der mich bei der technischen Realisation umfassend unterstützt und beraten hat.  Durch den Austausch und das gemeinsame Experimentieren  haben sich auch weitere Kontakte ergeben, die dazu geführt haben, dass ich die Möglichkeit weitere Teile selbst gestalten zu können ( z. B. die Griffe der Schirme). Das hat meine Arbeit um einen großen organisatorischen Teil erweitert, aber auch sehr bereichert, weil ich viel Spaß an der gemeinsamen Zeit hat. Im Großen und Ganzen war ich sehr positiv überrascht davon, wie viele Menschen mir geholfen haben dieses Projekt voran zu treiben und fertig zu stellen.

> Techniken

Ich habe mich dafür entschieden traditionelle Handarbeit (Häkeln) und aktuelle Technik (LED, Konstruktionen) zusammen zu bringen, um meine Vision zu verwirklichen. Außerdem habe ich einen „Schirm“ lasercutten lassen, die Griffe sind in Handarbeit gedrechselt worden und und der Stab und weitere Funktionen an- und eingepasst worden.

> Materialien

Bei der Materialwahl habe ich mich auf hauptsächlich auf Fahrradschläuche (Butylkautschuk) für die Umsetzung von augenscheinlichen Regencapes konzentriert, die spätestens auf den zweiten Blick keine mehr sind. Größtenteils habe ich mit Monomaterialien gearbeitet.

Das zweite Material ist eine Stickfolie, die entgegengesetzt herkömmlicher Regenbekleidung reagiert und sich bei Wasserkontakt vollständig auflöst. Außerdem setzt sie eine Kontrast zum schweren Material der Capes. Diese schien mir perfekt, um den Regen als Auslöser zu sehen. Ich habe ein Folientop gefertigt, dass sich durch den Wasserkontakt zu einem Kleid umwandeln soll. Sie hat die Optik handelsüblicher billiger Regencapes aus Folie.

Ich wollte ein drittes Material einbringen, welches seine Beschaffenheit bei Kontakt mit Wasser nicht verändert. Ich habe mich  ich für eine 3D-kinetische Folie aus PVC entschieden, die einen besonderen Effekt in sich birgt und eine Steifigkeit mit sich bringt.

>Kollektionsaufbau

Diese Kollektion besteht aus DOB, DUB, Accessoires und 1 Paar Schuhen

1 Cape mit Verschlussleiste v.M.
1 Cape mit Kapuzenoptik
1 Häkeltop
1 Häkelunterhöschen
1 Paar Häkelsandalen
1 TopKleid
1 kurze Taillenhose
1 lange Taillenhose
3 teilweise funktionalen Regenschirmen

Output

Im Ergebnis sind neben der Kollektion ein Film, eine Fotostrecke und Chinemagraphs entstanden. Die Kollektion wurde am 12.07. in einer begehbaren Installation auf dem Hallenser Campus präsentiert und am 13.07 in Köln im Rahmen der Zeigen7 besprochen.

 

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Credits

meinen dozenten. joachim schielicke. dunja kopi. bianca koczan
ansprechpartner. sofia löser
schnitt&mut. isabel fiedler

foto. mona lutz
film. patrick mikulski
model. anna krystina
haare & make up. sara finger/ mona lutz
assistenz. patricia f.
auto. tom gruber

holzarbeiten. getzmann.holz. bendix manufaktur
metallarbeiten. christoph richter. scyriel
technische realisation. frank pöhland. jürgen rüger. oliver schönefeld. steffen jakob

Vielen Dank auch an prof. jana markert. felix getzmann. stuckarbeiten rübener. grand tamino ranch. den vielen helfern, diskussionspartnern und unterstützern.

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