FashionTech 2016

wearit berlinIch stelle es immer wieder fest- es ist unglaublich wichtig  über Mode (und ihre Auswirkungen, Tendenzen, Zukunft) im Gespräch miteinander zu bleiben. Oder Plattformen zu schaffen genau das anzuregen. Neben der MediaConvention war auch die FashionTech eine Veranstaltung, die gleichzeitig mit der Re:publica auf dem Gelände der Station in Berlin stattgefunden hat. Das Kühlhaus ist ein sehr schöner Veranstaltungsort, da er durch offen miteinander verbundene Etagen die Möglichkeit zur Präsentationen ganz unterschiedlicher Art bietet. Auf der Bühne im ersten Geschoss fanden Panels, Vorträge und Vorstellungen statt, die auch im 2. und 3. Geschoss mitverfolgt werden konnten, auf denen sich Aussteller zeigten.

FashionTech Berlinn 2016Mir hat leider die Zeit gefehlt alles „mitnehmen“zu können, wie man so schön sagt, aber ich habe mir aber Mühe gegeben von Zeit zu Zeit in den ersten Reihen zu sitzen und den Gesprächen und Vorträgen zu lauschen und mit den Ausstellenden zu reden. Ich habe mir sehr darüber gefreut, dass Ergebnisse des  Fashion HD ( Fashion Hack Day) vorgestellt wurden. In diesem Projekt werden Modedesigner und Techniker/Programmierer zusammengebracht, um sich gegenseitig zu befruchten.

Die Ergebnisse aus 48 Stunden (plus Vorbereitungszeit) sind nicht nur interessant, sondern stellen teilweise direkte und einfache Lösungen für ganz reele Probleme dar. So gibt es u.a. ein beispielhaften Entwurf, um in der U-Bahn in MexikoCity Übergriffe melden zu können. Probleme werden bisher dort nicht behandelt, weil es keine Statistiken gibt, die das Problem belegen können. Zukünftig kann man sich nun ein Handeln von Politik und Stadt erhoffen.
Ein anderes Projekt soll helfen, sich selbst besser kontrollieren zu können- hierbei wurden in der Präsentation Gehirnströme als Emotionen mithilfe von verschiedenfarbigem Licht sichtbar gemacht. Eine Maske spiegelte in diesem Fall die eigene Stimmung.

AuTeeMein Lieblingsprojekt ist allerdings viel einfacherer Natur und direkt einsetzbar: AuTee. Autistische Menschen können Gesichtszüge ihrer Mitmenschen nicht deuten- hierfür wurde ein T-Shirt entworfen, dass verschiedene Emotionen in Smileyform dargestellt.Der Träger- in der der Vorführung eine Sprechtherapeutin- hat die Möglichkeit ihre aktuelle Stimmung per Knopfdruck zum Leuchten zu bringen und sich so leichter zu vermitteln.

Natürlich ist auch die gewaltfreie, nachhaltige Mode ein großes Thema auf der FashionTech. Die Modeindustrie mit ihrer Fast Fashion, die ursprünglich wertvolle Kleidung zur Ware des (fast) täglichen Bedarfs degradiert hat, bringt zum Glück auch Menschen hervor, die sich nach neuen Modellen für unsere Zukunft umsehen. Vorgestellt wurden u.a. vegane Leder aus Kombucha, der zumindest in der Theorie von Jedem Zuhause gezüchtet werden kann; auch Schuhsohlen aus Pilzwurzeln funktionieren zumindest schon als Idee. 
Wearit Berlin