Ich und Lehrer, …äh… eher nich so, nee?!

Ich muss ja zugegeben, dass ich den Großteil, (wahrscheinlich fast die letzten 7 Jahre) meiner Schulzeit damit verbracht habe, mich woanders hinzuwünschen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es viel mit der Unterrichtsform (Frontalunterricht, stumpfes Auswendiglernen ohne das geringste Verständnis für die Anwendbarkeit) zu tun hatte, aber die Lust am Lernen auch sehr vom jeweiligen Lehrer und dessen Führungsqualitäten einer Klasse abhängt. Und dazu kann ich nur sagen, dass ich oft gedacht habe, dass ich in der Hölle gelandet bin. Das hat entscheidend mein Bild davon geprägt, was für ein Mensch ein Lehrer in meiner Vorstellung ist. Bis auf rare Ausnahmen habe ich auch nach meiner Ausbildung noch geglaubt, dass die meisten Lehrer_Innen frustrierte Menschen sind, die ihre ursprünglichen Träume nicht verwirklichen konnten und nun ihren Frust über Arbeitsbedingungen, Kollegium und Privatleben in direkter Form an die Schüler weitergeben. Oder schlimmstenfalls an ihnen auslassen. Das hat mich nachhaltig traumatisiert.

Und sich erst im Studium und in Volkshochschulkursen ( die ich hobbymäßig zu den unterschiedlichsten Themen besucht habe) langsam geändert. Hier bin ich wirklich gut unterstützt worden und habe gemeinsam mit einer lehrenden Person lernen können und mich so auf Augenhöhe gefühlt. Und sogar so etwas, wie Ehrfurcht vor dem Wissen gespürt.

Soviel zu meiner Vorgeschichte. Nun bin ich im Makerspace- Leipzig engagiert und habe die Werkstattleitung für die Nähwerkstatt im Textilbereich (dort kann man in Zukunft hoffentlich auch bald regelmäßig weben, stricken, häkeln, drucken, filzen, etc.) übernommen. Und SEHR lange gezögert, bevor ich mich daran gewagt habe meine ersten Kurse öffentlich auszuschreiben. Vor Allem aus einer Angst heraus, ich könnte genauso von-oben-herab, ungeduldig, genervt, ungerecht und abgehetzt sein, wie einige schlechte Beispiele die mir in Erinnerung geblieben sind.

ICH ALS LEHRERIN ?!

Um das zu testen habe ich meine Kurse bewusst sehr klein gehalten ( 2 Teilnehmer, 5 Teilnehmer, Einzelunterricht, kurze Unterrichtszeiten). Einerseits, weil ich erstmal sehen wollte, ob ich überhaupt in der Lage bin verständlich zu vermitteln, andererseits um Zeit zu haben auf Wünsche und Ideen eingehen zu können. Ich hatte sowohl Kursteilnehmer, die ich vorab schon kannte, als auch komplett fremde Menschen. Ohne Ausnahme waren das nur tolle und interessante Leute, die mit Ideen und Vorstellungen in den Kurs gekommen sind und alle meine vorherigen Bedenken komplett zerstreut haben. Wir haben uns bereits in der ersten Sitzung konkreten Nähprojekte angenommen (und meist dann in einer Weiteren beendet).

In Zukunft werde ich mal versuchen Fotos und vielleicht auch Videoschnipsel von den Projekten in meinen Kursen vorzustellen. Die könnten unterschiedlicher nicht sein. Von Armbändern für den Visitenkartentransport, Geschenken für die Kids über Babybedarf werdener Mütter und Winterklamotten reicht die Spannbreite bisher. Abhängig davon, wieviel Zeit mir mein Studium noch lässt, freue ich mich auch weiterhin auf gemeinsame Stunden im gechillter Runde im Makerspace….

Ob und wann das soweit ist, lässt sich am Leichtesten HIER nachsehen. Es würde mich total freuen, wenn sich noch Leute finden, die ebenfalls Kurse geben möchten. Das kann ein Produkt sein, das zusammen erarbeitet wird, theoretischer Unterricht sein oder die Vermittlung von Fertigkeiten betreffen- ganz egal- wir sind für Ideen offen!