Let`s come together!

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Das Halbjahr ist fast vorbei. Ich bin heute emotional. Während ich eine Mischung als traurig und verwundert durchlebe, weil die Zeit so schnell vergangen ist und heute nun auch die letzte Unterrichtseinheit hinter uns liegt, freut sich der Großteil der Studenten wohl berechtigterweise einfach auf die Zeit nach den Klausuren. Und die Fusion.

Wenn ich mich an den Anfang zurück erinnere, dann vor Allem daran, wie ich das erste Mal innerlich schweißgebadet durch die Türrahmen treten musste, um meine zukünftige Gruppe willkommen zu heißen.  Und wie ich diesem Moment rausgezögert habe. Und auch daran, wie ich sinniert habe, ob ich sportlich genug bin schnell weg zu rennen. Und wie man mir das wahrscheinlich ansehen konnte. … (Und ich war im Lehrerzimmer, was sich falsch angefühlt hat, weil… naja, das liegt lang zurück)  Und hinterher war ich unbeschreiblich aufgekratzt und adrenalingeladen und habe meine Mutter angerufen, weil man in solchen Momenten nun mal seine Mutter anruft.

Ich hatte mich vorab darauf gefreut gemeinsam Projekte mit Studenten einer ganz anderen Fachrichtung zu bestreiten. Gleichzeitig war das meine erste Erfahrung als Dozentin und ich überhaupt nicht sicher, was ich da eigentlich suche. Und ob man erwachsen genug dafür sein kann.

Einerseits: der Wunsch das eigene Wissen weiter zu geben. So für die schier unendlichen Möglichkeiten rund um die Thematik Textil zu begeistern. Die Lust etwas selbst herzustellen, zu experimentieren, der Spaß daran Etwas auszuprobieren und die Freude darüber etwas geschafft zu haben und ..und..und …

Auf der anderen Seite- Dank langer Gespräche mit Freunden- das zurück- auf- den- Teppich- geholt- werden: das Modul ein Pflichtfach… die Studenten haben vielleicht weder Interesse, die Fertigkeiten, die Geduld und noch die Zeit. Und vor Allem- dass es neben diesem Fach für die Studis noch gefühlt eine Million andere Fächer und ein Leben gibt. Die Zeit wird nicht ausreichen lauter Nerds zu formen. Und immer wieder: „..und vielleicht wollen sie das auch gar nicht wissen!“

Letzteres Wissen hat mich tatsächlich mehrere Male davor bewahrt Etwas persönlich zu nehmen. Ich hatte mir vorgenommen unparteiisch, ehrlich und unterstützend zu sein. Und ein freies ungezwungenes und selbstständiges Arbeiten zu fördern. Und daran musste ich mich zwischendurch auch mal selbst erinnern. Man ist ja auch nur ein Mensch.

Heute ist das alles ganz schön weit weg. Ich kann jetzt den ersten und den letzten Tag miteinander vergleichen. Im April gab es eine Situation in der  in lauter stille Gesichter geguckt habe, die mich mit großen Augen angesehen haben-  unweigerlich hatte ich das Bild von dem Kaninchen vor der Schlange im Kopf. Und wie komisch es ist, wenn man einen Seminarraum aufschließt, in der Pause nicht rauskommt und hinterher putzt.
Und natürlich hat man tatsächlich eine diverse Gruppe vor sich. Die Einen, die sich fast sicher sind hier nichts mitnehmen zu können und die anderen, die immer wieder dadurch überraschen, dass da viel zwischen den Unterrichtszeiten passiert. Das hat sich im Laufe der Zeit  zu einem angeregtem Miteinander geändert. Das „Sie“ ist zum „Du“ geworden und das zu beobachten ist sehr schön.

Ich musste lernen, dass anderthalb Stunden in der Woche wenig Zeit ist, um viel mehr als einen Einblick in die Thematik zu geben. Zumal wenn die Gruppengröße eigentlich alles übersteigt, was bei Handarbeiten üblich ist und das Budget weit darunter liegt. Ich hoffe aber, dass der Unterricht Allen geholfen hat, das Interesse zu wecken und für tolle Projekte mit zukünftigen Schülern sinnvoll war.

Abschließend kann ich sagen, dass das für mich eine sehr schöne und irgendwie auch erfüllende (<– im Nachhinein) Zeit war. Dass sich Jemand am letzten Tag noch beinahe den Finger abschneidet, gehört ja irgendwie dazu.

Wenn das Wetter mitmacht, hoffe ich, dass sich das Engagement mit einer gut besuchten Ausstellung bezahlt macht. Für die Studenten ist das wohl größtenteils das erste Mal, dass sie mit ihren Arbeiten an die Öffentlichkeit gehen. Eine Leistung von der ich hoffe, dass das Feedback und die Gespräche bei der Ausstellungseröffnung das Engagement rechtfertigen.

Ihr seid herzlichst eingeladen das Ergebnis unseres Semesters im Wildpark zu betrachten, Feedback zu geben oder Euch davon inspirieren zu lassen!