SFE. oder Berlin Rebel High School

A

Ich kann mich noch sehr genau an meine Besuche in der SFE vor mittlerweile 10 Jahren erinnern.


Fast alle meine Freunde waren dort. Ich konnte sie besuchen und saß dann dort zwischen den
unterschiedlichsten Leuten und habe einem Lehrer gelauscht,
der mir ganz entspannt und begeistert von Heinrich Heine erzählt hat. Und mein Freund
ist damals mit seinem BMX in den Klassenraum direkt zu seinem Stuhl gefahren.
Zwischendrin sind wir in die Küche,um  uns einen Camembert aufzubacken den wir während des Unterrichts
gegessen haben. Oder vor die Tür Eine rauchen. Abends gab es dann selbstorganisierte Solikonzerte
für die ärztliche Versorgung derer, die hier in Deutschland keinen Anspruch darauf haben. Und Vorträge.

Und habe einfach nur gedacht, dass das hier wunderschön einfach es sein kann. Und dass es sehr
wohl Unterricht geben kann der Spaß macht. Und musste dann wieder in meine eigene Ausbildungsklasse zurück.
Zu frustrierten Lehrkräften, bei denen man das Gefühl nicht loswurde, dass sie sie sich einfach abgefunden hatten und
die letzten 40 Jahre ihres Berufslebens einfach nur abwarten.

Ich werde mir den Film auf jeden Fall ansehen! 11.05.2017 gehts los,

Regisseur: Alexander Kleider

Versteckt in einem Berliner Hinterhof befindet sich die wohl verrückteste Schule Deutschlands. Kein Rektor, keine Noten, kein Klassensprecher. Diese Schule wird von den SchülerInnen selbst verwaltet. „Berlin Rebel High School“ portraitiert ein ungewöhnliches Schulkonzept, das in Deutschland einmalig und dabei extrem erfolgreich ist – die Schule für Erwachsenenbildung (SFE) in Berlin. Die SFE ist beides: letzte Chance für Schulabbrecher und Autoritätsquerulanten, aber auch eines der wenigen liberalen Bildungsmodelle, das tatsächlich funktioniert.

Alex war mit Anfang 20 schon an über zehn Schulen. Nirgends hat er es lange ausgehalten, mit Disziplinzwang und der Konkurrenz unter den Schülern kam er nicht klar. So ging es auch Lena, die sich in der Schule nie frei fühlte und stets gegen die Regeln des Landlebens aufbegehrte. Und für Hanil aus Aachen war Schule eine lästige und völlig sinnfreie Pflichtveranstaltung. Doch sie alle wollten stattdessen nicht nur einfach nichts machen, sondern eine Zukunft für sich reklamieren, die Spaß und Sinn macht. Sie alle sind Teil einer Klasse der Schule für Erwachsenenbildung (SFE) in Berlin. Seit 1973 besteht die SFE als basisdemokratisches Projekt: kein Direktor, keine Noten. Bezahlt werden die Lehrkräfte von den SchülerInnen, die gemeinsam über alle organisatorischen Fragen abstimmen. Damit ist die SFE extrem erfolgreich und schaffte es bis ganz nach oben in den Schulwettbewerben.

Der Filmemacher Alexander Kleider hat einen wilden Haufen von Berliner Underdogs begleitet auf ihrem Weg zum Abitur und auch die LehrerInnen portraitiert, denen nicht nur an der Lehre, sondern an der Neugier der SchülerInnen viel gelegen ist. „Berlin Rebel High School“ erzählt mit viel Witz und Energie von einer radikal anderen Idee von Schule, die Freiheit und Gemeinschaftlichkeit zusammenbringt. Was oft als Leistungsdruck verdammt wird, definieren die SchülerInnen kurzerhand um. Sie sind unbelehrbar und dabei extrem neugierig, sie sind eigen- und doch auch lernwillig. „Berlin Rebel High School“ zeigt mit viel Begeisterung, Sensibilität und Kraft, wie viel gemeinsame Zukunft in dieser Kombination stecken kann.