Stickarbeiten des James Merry

Wie kamst du auf die Idee zu Anatomies?
Ich glaube, es war der Versuch, tatsächliche physische Empfindungen, die ich fühle, wenn ich mir Pflanzen oder Blumen anschaue, zu erklären – eine Art schräge, greifbare Pflanzensynthese. Meine Finger kribbelten, wenn ich kleine, pelzige Knospen an Zweigen gesehen habe oder ich hatte das Gefühl, dass mir Bäume aus den Augen wachsen, wenn ich sie zu lange angeschaut habe. Mich hat die Schnittmenge zwischen Botanischem und Anatomischen interessiert. Wenn zwei verschiedene Welten aufeinander treffen, dann ist das immer sehr ergiebig.

Was findest du am Sticken so toll?
Ich mag die Geschwindigkeit, die Konzentration und die Kontrolle bei Handstickereien. Es beruhigt einen. Man muss ich wirklich konzentrieren und kann abschalten, was wie eine Therapie wirkt, wenn man ansonsten ein sehr hektisches Leben hat. Und natürlich die Handlichkeit. Ich kann die Sachen in meinen Rucksack packen und sticken während ich im Flieger bin oder fernsehe. Dann mag ich es, die Resultate tragen zu können. Die Resultate hängen nicht in einem Rahmen an der Wand, sondern man kann sie tragen, sie knautschen und sie in die Waschmaschine stecken, wenn sie dreckig werden. Ich mag diesen Aspekt.

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