Was sind die Siegel wert?

 

Fairtrade-und-Umweltfreundlichkeit Gütesiegel-für-ökologische-Produkte Fair-Trade

Ähnlich, wie bei den Nahrungsmitteln, gibt es auch eine Unmenge von Gütesiegeln in der Textilindustrie. Sie sollen Auskunft über Produktionsbedingung, Herkunft, Herstellung, Material, Umweltfreundlichkeit, etc. geben. Sie sollen Auskunft geben und für Transparenz sorgen -in einem globalen System, welches für den Einzelnen tatsächlich nicht mehr zu überschauen ist.

Mittlerweile gibt es unüberschaubar viele Siegel, die auch nicht unbedingt das einhalten, was der Name dem  suggerieren. Gutes Material eines Produktes sagt noch nichts über die Lieferbedingungen oder die Arbeitsbedingungen aus, weshalb es zumindest mir sehr schwer fällt Vertrauen in Siegel zu stecken. Jetzt bin ich auf einen aktuellen Artikel der TextilWirtschaft  gestoßen, in dem davon berichtet wird, dass das Fast Fashion Unternehmen „Primark“ dem „Textilbündnis“ beitritt.

Das Bündnis für nachhaltige Textilien wurde am 16.10.2014 gegründet. Die Multi-Stakeholder Initiative, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Standardorganisationen und Gewerkschaften, wird die Kraft und Expertise seiner Mitglieder bündeln, um soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textillieferkette zu erreichen. Dabei zielt das Textilbündnis darauf ab, gemeinsame Herausforderungen effektiver zu lösen, Synergien in gemeinsamen Projekten vor Ort zu nutzen, voneinander zu lernen und so Rahmenbedingungen in den Produktionsländern zu verbessern. Quelle

Was mich verwundert hat…

…ist die Info, dass Primark (laut Bericht: nach eigenen Angaben) bereits Mitglied

  • seit 2006 Mitglied der Ethical Trading Initiative (ETI)
  • ACT (Action Collaboration Transformation), eine Initiative von internationalen Marken, Einzelhändlern, Herstellern und Gewerkschaften, die sich mit existenzsichernden Löhnen in der Textil- und Bekleidungslieferkette befasst
  • Seit 2010  Mitglied von Better Work ist

Einerseits habe ich von Organisationen gehört, wie schwer es ist, mit den Textilriesen ins Gespräch zu kommen. Mit dem Betritt in eine Organisation erklären diese sich dazu bereit Richtlinien einzuhalten. Auf der Seite von Primark findet sich auch deren Verhaltenskodex, der sich in vielen Sprachen herunterladen und lässt. Und der klingt erstmal richtig gut. Auch zu vielen anderen Themen, wie Arbeitsrechte Verhaltenskodex Poster zu Arbeitnehmerrechten Gebäudesicherheit und BrandschutzILO  Bessere Arbeit Gemeinschaften Gesundheit & Wohlergehen Finanzielle Bildung Lerngruppen Umwelt Rohstoffe Fertigung Filialen & betriebliche ProzesseRecycling von Kleidungsstücken Verdienste

Allerdings weiß man von immer wiederkehrenden Verstößen  – die sich u.a. dadurch „rechtfertigen“ lassen, dass  die Auftragsgeber nicht direkt mit den Produktionsstätten zusammen arbeiten, sondern den Auftrag ‚ausgewählten Zulieferern‘ erteilen, die dann die passenden Fertigungsstätten suchen. So endet die Transparenz salopp gesagt beim Zulieferer, der alles Weitere regelt. Hier spielt Geld und Fertigungszeit eine entscheidende Rolle. Dieser Zwischenhändler wird zwangsläufig versuchen seinen Gewinn zu optimieren und die günstigste Produktionsstätte finden.So ist es möglich, dass die Umstände der Fertigung und Bedingungen der Fabrikarbeiter unüberschaubar sind. Das betrifft nicht nur Primark, sondern auch Supermärkte, und andere Fast Fashion Unternehmen.

Dagegen gehalten wird vor Allem das Konsumverhalten. Der Konsument besteht auf stetig wechselnde Angebote, Schnäppchen, Änderungen.